The Golden Sufi Center

Attending to Space


Llewellyn Vaughan-Lee


Ich werde heute eine Pause in meinen Ausführungen über die Stationen des Herzens machen, um stattdessen über Raum zu sprechen. Ich habe gestern erwähnt, dass es hier eine neue Qualität von Raum gibt. Als Pfad arbeiten wir mit Raum, wir arbeiten mit Leere. Wir arbeiten nicht mit Form, wir arbeiten nicht mit Struktur, wir arbeiten nicht mit spirituellen Idealen oder spirituellen Ideen. Bei diesem Pfad geht es um die Leere. Deswegen hat Bhai Sahib gesagt, als er die Essenz des Pfades beschrieb: “Es gibt nichts als das Nichts."

Wir arbeiten sehr viel in den inneren Welten und es geht um Raum, darum, zu lernen, wie man im Raum ist. Zu lernen, wie man in der Leere gegenwärtig ist, wie man im Raum gegenwärtig ist. Zum Beispiel, wenn jemand eine Meditationsgruppe hat und mich fragt, wie er mit der Gruppe umgehen soll, dann sage ich: „Halte den Raum leer und stelle Tee und Plätzchen bereit.“ Das wird gebraucht: ein leerer Raum.

Zum Beispiel machen wir diese Woche am Nachmittag keine Traumarbeit, nicht nur, weil ich müde bin, sondern weil ein Bedürfnis nach einem anderen Raum besteht. Und in diesem speziellen Fall nach einem Raum, der die Grundlagen dieses Pfades unterstreicht, die Prinzipien, die Übungen dieses Pfades, der zum Fundament, zum Kern, zu dem zurückkehrt, was wesentlich ist. Es ist so leicht, sich in unwesentlichen Dingen zu verfangen. Und dann dreht man sich im Kreis wie der Hamster im Rad im Käfig. Besonders, wenn man in einen neuen Raum, in eine neue Weise im Raum zu sein eintritt, dann ist es wirklich wichtig zu bekräftigen, was zu dieser Tradition gehört. Und die Stationen des Herzen, über die ich gesprochen habe, wurden sogar vor zwölf Jahrhunderten aufgeschrieben. Seitdem gehören sie zu diesem Pfad.

Doch mit Raum gibt es ein Problem. Das sehr, sehr große Problem, wenn man mit Raum arbeitet, liegt darin, dass es sehr schwierig ist, Raum leer zu halten, besonders in unserer unglaublich mit Dingen überfüllten Kultur. Ihr kennt das sicher aus eigener Erfahrung, wie schwierig es ist, die eigene Wohnung, das eigene Haus leer zu halten, wie schnell sich Krimskrams anhäuft. Jemand gibt euch eine Muschel oder eine… ich bin sicher, ihr habt hunderte davon, es ist sehr schwierig, ihn draußen zu halten. Es ist, als wolle man Bücherregale frei von Büchern halten. In dieser Kultur geht es um Ansammeln, um immer mehr Dinge Anhäufen. Manchmal beneide ich einige Nomaden, die nur das besitzen können, was sie mit sich tragen können. Deswegen können sie nichts anhäufen. Auf eine Art sollten wir so sein. Denn wir sind eine Karawane von Seelen, die nur manchmal in einer Karawanserei Halt macht und dann weiterzieht.

Wie ich gesagt habe, in den Raum kommt Kram, und besonders, je mehr ihr in dieser Welt seid. Es gibt Orte in der inneren Welt, an die man gehen kann, die unglaublich leer sind. Sie sind weit entfernt von Form, sogar von Bildern, von Ideen, weit entfernt … auf den Ebenen des Nichtseins. Dort kann sich nichts ansammeln, weil es nichts zum Ansammeln gibt. Dort besteht reine Leere. Es gibt Ozeane der Nichtexistenz. Sie sind unglaublich schön, unglaublich leer, aber sie sind nicht in dieser Welt. In dieser Welt haben wir die nafs (die niedere Seele). Die habe ich erwähnt, als ich über die Brust gesprochen habe, die nafs, das Ego, Begierden, Wut, Verbitterung, Eifersucht, Gier … all die Dinge, die hereinkommen und hereinkommen, und man muss so viel Anstrengung darauf verwenden, sie ständig draußen zu halten, zu reinigen, sie draußen zu halten und zu reinigen. Es ist ein ewiges Saubermachen. Es ist sehr schwierig, denn wir leben in einer Kultur, die keine Grenzen kennt, kein adab, keinen Respekt. Und die Leute überschütten dich mit allem möglichen Kram. Du kannst jemanden treffen, den du kaum kennst, und plötzlich erzählt er dir sein Leben, seine Geschichte, seine Gefühle und seine Probleme. Und diesen Leuten ist nicht klar, dass sie alles bei dir abladen und dann gehst du fort und bist völlig abgefüllt. Denn es gibt keine Grenzen.

Aber das ist wirklich, wirklich wichtig: Wenn wir ein Raum in dieser Welt sein sollen, wenn wir in dieser Welt nicht nur auf den inneren Ebenen funktionieren sollen, nicht nur hinter verschlossenen Türen, was sollen wir dann tun? Denn wir können nicht unsere ganze spirituelle Praxis darauf verwenden, etwas in Ordnung zu bringen, uns selbst in Ordnung zu bringen, unseren Partner in Ordnung zu bringen, unsere Kinder in Ordnung zu bringen, unsere Nachbarn in Ordnung zu bringen, unsere spirituellen Freunde, die uns anrufen, weil sie ihren Schutt bei uns abladen wollen …so läuft das eben. Es verlangt eine ungeheure Anstrengung und vielleicht haben wir etwas anderes zu tun in unserer spirituellen Übung als nur aufzuräumen. Ich weiß, wir sind Straßenkehrer, das ist unsere Tradition—wenn es keine Straßenkehrer gäbe, würde die Welt von Staub bedeckt sein—ja, aber es gibt auch eine Grenze. Denn wenn ihr eure ganze Zeit damit verbringt, den Müll der anderen Leute zu beseitigen, dann könnt ihr euren Raum nicht dafür benutzen, wofür er gedacht ist—als Treffpunkt der Welten, als Ort, an dem ihr euch mit dem verbinden könnt, was wirklich ist, und nicht nur mit einer neuen Illusion, die euch jemand andrehen will.

Und da wir immer mehr auf die Durchgangsstraße des Lebens gebracht werden, ist der Müll immer mehr da. Und sogar im Inneren, auf den spirituellen Ebenen, gibt es immer mehr Müll. Jeder, der eine unechte spirituelle Praxis verfolgt, hinterlässt Müll. Es ist ein wenig wie im Weltraum oder auf dem Mount Everest. Jeder denkt, es ist großartig, den Mount Everest zu besteigen, aber da ist inzwischen so viel Müll hinterlassen worden, dass jetzt sogar Leute den Berg besteigen, nur um den Müll abzuräumen. Und genau so ist es im spirituellen Leben. Wenn jemand eine spirituelle Übung macht, um ein größeres spirituelles Ego zu bekommen oder mehr spirituelle Macht oder andere von den Nebeneffekten, hinterlässt er Müll … und der sammelt sich an. Und man geht dort hin, und alles liegt da herum. Wie ich bereits gesagt habe, die imaginale Welt ist unglaublich verschmutzt. Sie ist voll von all den Bildern, die die Werbemanager geschaffen haben. Sie sitzen da und verschmutzen sie. Ihr kennt vielleicht das Gedicht von Lewis Carroll: „Das Walroß und der Zimmermann“:

Das Walroß und der Zimmermann
Spazierten hier am Strand
Und weinten herzlich über den
Entsetzlich vielen Sand:
„O weh und ach!“ so seufzten sie,
„Der Sand nimmt überhand!“

„Wenn sieben Mägde sieben Jahr
Hier täglich siebenmal kehren,
Ob sie dann wohl“, das Walroß sprach ,
„Den Strand vom Sand entleeren?“
„Wohl schwerlich“, sprach der Zimmermann
Und weinte heiße Zähren.

Genauso ist es. Man kann reinigen und reinigen und reinigen bis in alle Ewigkeit. So ist eure ganze Meditation ein Sichten von Müll. Und es wird schlimmer. Immer mehr Anhäufung, immer mehr Müll. Ihr habt eure eigene nafs, die nafs der anderen Leute, die kollektive nafs. Und viel von der populären Spiritualität schafft Ozeane von spirituellem Müll. Ihr wärt schockiert, wenn ihr sehen würdet, was da ist. Es war früher schön, als wir unsere spirituelle Übung in einer Art Blase gemacht haben und viele, viele Jahre lang, wenn ihr es auch nicht gemerkt habt, bestand um uns herum ein Schutz. Wir wurden beschützt. Es kostete eine Menge Arbeit, eine Menge Energie, diesen Schutz aufrecht zu halten. Aber es war ein Schutz. Vor sechs Monaten wurde er weggenommen. Und jetzt ist er völlig verschwunden. Diesen Schutz gibt es nicht mehr. Einige Leute haben das in ihren Gruppen gemerkt, in den Meditationsgruppen. Sie sind kein geschützter Raum mehr, wie das vorher war. Das ist vorbei.

Sogar hier, wenn wir hierher gekommen sind, habe ich einen Schutz geschaffen. Das habe ich dieses Jahr nicht getan. Er ist nicht da. Es ist ganz, ganz anders. Es ist jetzt eine sehr, sehr andere Situation. Ich wiederhole das, für viele, viele Jahre, zwanzig Jahre ungefähr, gab es einen Schutz um unsere spirituelle Praxis, er wurde auf den inneren Ebenen von denen geschaffen, die wirklich für diesen Pfad arbeiten. Und aus irgendeinem Grund wurde entschieden, dass er aufgehoben werden musste. Und er ist fort.

Das schafft sogar noch ein größeres Problem. Warum wurde er weggenommen? Wahrscheinlich aus dem sehr einfachen Grund: Wenn man geschützt ist, hat man keinen Zugang zu dem, was außerhalb des Schutzes liegt. Deswegen ist es uns zum Beispiel auf diesem Pfad auch nicht erlaubt, uns zu schützen. Viele der sensitiven Leute gehen zu einer esoterischen Schule, wo man all die Übungen bekommt, um sich selbst zu schützen. Uns ist das nicht erlaubt. Wenn man all die Schutzschichten hat, kann man die Menschen nicht erreichen. Wir müssen einfach gewöhnliche Menschen sein und uns von Herz zu Herz treffen.

Traditionellerweise gibt es zwei Wege, um mit Krempel umzugehen. Ein sehr, sehr männlicher Weg—das Schwert Allahs. La ilaha illa Allah—es gibt keinen Gott außer Gott. Man benutzt es und man wird den Krempel los. Es ist sehr machtvoll, es durchschneidet alles. Wie Abu Sa’id gesagt hat: „Was du im Kopf hast, vergiss es; was du in der Hand hältst, gib es her.“ Es geht fort. Es ist eine vernichtende Energie. Wenn man wirklich lernt, wie man es benutzt, beseitigt es alles. Das wird in dem Satz zum Ausdruck gebracht: „Alles geht unter außer Seinem Antlitz.“ Es geht unter, es stirbt, man tötet es. Das ist eine Energie, die von der anderen Seite kommt, die so kalt ist und so hart, die alles tötet, dich eingeschlossen. Dir bleiben keine Freunde mehr übrig, nichts bleibt mehr übrig—du lässt jede Idee los, jeden Gedanken, jeden Glaubensatz, jede Anhaftung. Es ist sehr, sehr, sehr brutal. Ich liebe es, aber mir ist nicht erlaubt, es zu benutzen. Es würde dich umbringen. Das ist sein Ziel, es ist die Brutalität des fana. Vollständige Vernichtung. Es würde alles leer machen. Wenn ich es hier benutzen würde, würden alle gehen. Es wäre niemand mehr hier. Ihr würdet auch nicht mehr hier sein wollen. Es ist eiskalt, es durchbohrt das Herz. Es ist nicht benutzerfreundlich. Es hat mit dem Tod zu tun. Dir ist alles egal. Dir ist egal, wie du dich fühlst, wie sich jemand anders fühlt, dir ist egal, was die Leute über dich denken, dir ist egal, was sie überhaupt denken—alles, was wichtig ist, ist deine spirituelle Praxis. Ende der Geschichte.

Zu diesem Zeitpunkt rate ich nicht dazu. Diese Kultur ist nicht dafür geeignet. Obwohl es auch in dieser Kultur etwas Brutales gibt. Denn diese Kultur hat das Männliche auf falsche Weise eingesetzt. Man hat den männlichen Machttrieb auf falsche Weise benutzt. Und das löst diese Dunkelheit aus. Du kannst es gelegentlich benutzen, wenn du eine Anhaftung hast, die du nicht auf eine andere Weise loswerden kannst. Du kannst sie einfach abschneiden. Aber du kannst dann nicht mehr zurück, wenn du sie abgeschnitten hast. Wenn du zurückschaust, bleibst du in der Wunde hängen. Denn es ist sehr brutal, es ist sehr hart. Sehr, sehr männlich. Und es ist auch nicht gut für Frauen, außer in speziellen Situationen.

Und dann gibt es eine andere Herangehensweise, die eine weibliche Herangehensweise ist, nämlich völlige Einbeziehung. Du beziehst alles mit ein, alles ist eins, alles ist Er. „Wo immer du dich hinwendest, dort ist das Antlitz Gottes.“ „Auf dem Marktplatz, im Kloster habe ich nur Gott gesehen.“ Das ist eine sehr schöne Übung. Eine der allerersten Übungen, die mir Mrs. Tweedie gegeben hat, war, beim Gehen in allem, was ich dabei erblickte, Gott zu sehen. So wird alles göttlich, der Staub zu göttlichem Staub, Trümmer werden zu göttlichen Trümmern—es ist alles eins, es ist alles Teil von Gott. Du verwandelst alles mit Liebe. So offenbart alles seine göttliche Natur. Die meisten Dinge haben zwei Seiten oder man kann sie auf zwei Weisen betrachten: eine gehört zum Ego, zu der nafs, die andere gehört zu Gott. „Alles ist süß, wenn man es mit Bedacht kostet.“ Es ist eine schöne Übung. Man lernt, für alles einen tiefen Respekt zu haben.

Unglücklicherweise kann man sich dabei sehr leicht verstricken. Denn was ihr nicht wisst, ist, dass all der Kram Tentakeln hat. Wir haben in unserer Kultur sehr wenig Einsicht in die Natur der manifesten Welt. Wir haben diese Illusion, dass die Dinge von uns getrennt sind. Und wir verstehen sehr wenig von den dahinter liegenden Energien und wie sie uns beeinflussen. Und wir wissen nicht, dass der Kram diese Tentakeln wie die eines Kraken hat, die sich dann unserer bemächtigen und unsere Lebensenergie aussaugen und unsere spirituelle Energie aussaugen. Ich bin sicher, ihr seid schon einmal im Haus von jemandem gewesen, wo es zuviel Kram gibt und ihr die Last davon gefühlt habt und kaum atmen konntet.

Ja, wenn man diese Übung vollständig ausführt, wenn die ganze Aufmerksamkeit auf Gott ausgerichtet ist, dann funktioniert es, aber wer von uns macht sie vollständig? Wer von uns hat diese Qualität von Ergebenheit, diese Qualität von vollständiger Gegenwart? Wenn man völlig präsent ist, in jedem Augenblick eines jeden Tages, dann ist man in der göttlichen Welt präsent. Aber wenn man einen Augenblick nachlässt, wenn man einen Moment lang vergisst, dann wird man Opfer dieser materiellen Ansammlung, die die Leute „Leben“ nennen.

Das ist spirituell sehr gefährlich. Denn es nimmt dir deine Lebensenergie, es nimmt dir deine spirituelle Energie. Sogar zu viele Ideen tun das. Zu viele Bücher tun das, zu viel an Information tut das. Es absorbiert etwas, das du brauchst, um dein Höheres Selbst zu erreichen. Es absorbiert etwas, das du brauchst, um deine göttliche Natur zu leben. Und ohne dass du es richtig merkst, verlierst du das. Und ohne dass du es richtig merkst, fängst du an, auf anderen Pfaden zu wandern. Ja, es gibt große Seelen, wie Jung, die auf vielen verschiedenen Pfaden wandern können und sich nicht verlieren. Aber sie müssen unglaublich stark sein. Die meisten von uns begnügen sich mit einem Stück Leben, das einen Sinn für sie hat.

Eins der wirklichen Probleme dieser jetzigen Veränderung—ich habe gesagt, wir arbeiten mit einem anderen Raum—ist, dass das Innere und das Äußere miteinander verbunden werden. Sie sind nicht länger getrennt. Früher konnte man in die innere Welt gehen und die Tür schließen. Es gibt eine gewisse spirituelle Praktik, die man in der Meditation ausführt—man schließt die Tür, man ist in der inneren Welt. Wenn man Meditation lange genug praktiziert hat, kann man tief gehen oder konnte man tief gehen, so dass die äußere Welt nicht eindringen konnte. Und, wie ich gesagt habe, etwas wurde den Menschen auf dem Pfad gegeben, das sie zu beschützen half. Und dann lebten sie, „äußerlich mit den Menschen zu sein und innerlich mit Gott.“ Das ist unsere Übung. Und wenn du in der Welt bist, bist du in der Welt und erkennst, dass alles Gottes Gegenwart ist. Jetzt sind das Innere und das Äußere nicht länger getrennt. Das ist ein Aspekt der Einheit oder der Zahl acht, bei der das Innere und das Äußere zusammenfließen. Und das verursacht ein ungeheures Problem. Denn du kannst die beiden nicht voneinander trennen. Ich merke es oft, weil es mir hier Kopfschmerzen macht, wo das Innere—hier oben—und das Äußere—hier unten—zusammentreffen. Die Welt des göttlichen Befehls trifft auf die Welt der Schöpfung. Es ist wie ein Ring von Schmerz. Und ich habe sehr, sehr intensiv versucht, ihn zu durchbrechen, aber es hat nicht funktioniert.

Denkt daran, wir als Mystiker sind die Pioniere des Bewusstseins. Das ist Teil der Arbeit des Mystikers. Wie ich schon gesagt habe, wirkliche Evolution ist die Evolution des Bewusstseins. Es ist nicht die Evolution der Konstruktion von Maschinen; es ist die Evolution des Bewusstseins, denn das Bewusstsein ist das Wertvollste für den Menschen. Bewusstsein ist das wirkliche Geschenk, das uns gegeben worden ist. Und als Mystiker arbeiten wir mit dem Bewusstsein, wir arbeiten mit unserem göttlichen Bewusstsein und wir arbeiten mit unserem Alltagsbewusstsein. Wenn möglich lassen wir unser göttliches Bewusstsein in unser Alltagsbewusstsein einfließen—das wird gebraucht. Früher sind sie getrennt gehalten worden. Das göttliche Bewusstsein war für die spirituelle Übung und war auf Gott gerichtet, das Alltagsbewusstsein benutzte man im Leben—manchmal kam ein kleines Bisschen des anderen durch, aber sie sind ganz verschieden. Es ist nicht immer hilfreich, immer nur das Göttliche in allen Menschen zu sehen. Manchmal willst du deinen Nachbarn nur als deinen Nachbarn sehen, manchmal willst du wirklich einen Streit mit deinem Partner anfangen, manchmal möchtest du einfach Mensch sein.

Sie waren also früher getrennt, aber wir sind gebeten worden, das göttliche Bewusstsein in dieses Bewusstsein zu bringen und dieses Bewusstsein fließt in unser göttliches Bewusstsein. Es gibt keine Barriere mehr zwischen den beiden, es gibt keine Schutzwand mehr zwischen den beiden—es ist ein sehr, sehr anderer Raum. Und das bedeutet, dass die spirituelle Praxis viel mehr verschmutzt werden kann, viel mehr vergiftet werden kann. Es gibt auch kein Buch, das uns sagt, was wir tun müssen, denn, wie ich gesagt habe, wir sind die Pioniere des Bewusstseins. Zweitausend Jahre lang hat sich das spirituelle Bewusstsein auf die höheren Ebenen gerichtet—die Sufis nennen das „den Pfad des spirituellen Aufstiegs“—und dieses Alltagsbewusstsein wird immer weniger wichtig. Und als Ergebnis haben wir eine Welt, die an einem Mangel an spirituellem Bewusstsein leidet; die von einem religiösen Radikalismus beherrscht ist und an einem Mangel an spirituellem Bewusstsein leidet. Der Geist ist nicht mehr gegenwärtig—und wenn er völlig verschwindet, stirbt die Zivilisation, denn nichts kann von bloßem Ego-Bewusstsein getragen werden.

Wir sind also gebeten worden, die beiden zusammenzubringen. Das heißt nicht, dass du im Gebet nicht nach innen gehen und auf Gott schauen kannst. Nein, natürlich kannst du das tun, aber du wirst merken, dass es nicht mehr das gleiche ist. Deswegen habe ich diesmal meine Aufmerksamkeit auf die Prinzipien des Pfades gerichtet, denn sie sind wie ein Fundament des Bewusstseins—Achtsamkeit auf den Atem, Achtsamkeit auf jeden Schritt, es geht um eine Bewusstseinshaltung, aber das ist nicht genug. Denn eine Sache ist mir sehr, sehr bewusst geworden: wie verschmutzt unser Geist ist, unser kollektives Bewusstsein. Der Äther ist davon völlig durchdrungen, durchdrungen von Dingen … wir verstehen all das nicht wirklich; es sind nicht nur Gedanken, sondern Gedanken, die Energie in sich tragen. Gedanken, die deine Energie absaugen wollen, sie nähren sich von deiner Energie. Es ist wie ein Krake mit tausend Fangarmen, wenn du deine spirituelle Energie darauf richtest, findest du immer mehr Fangarme.

Deswegen würde ich gern ein anderes spirituelles Gefäß schaffen, das die Welten nicht von einander trennt, das die Welten mit einander verbindet und uns einen Raum gibt, in dem wir unsere spirituelle Praxis tun können, ohne ständig mit Schmutz infiziert zu werden, ohne ständig unter Beschuss zu sein—denn wir haben nicht genug Zeit, wir haben nicht genug Energie, um ständig zu reinigen und zu reinigen und zu reinigen… und dann fünf Minuten zum Meditieren zu bekommen und wieder zu reinigen und zu reinigen und zu reinigen. Ihr wisst, wie es ist, wenn ihr zu meditieren anfangt: in den ersten paar Minuten (es sei denn, ihr wärt unglaublich gut) und vielleicht sogar in der ersten halben Stunde müsst ihr ständig euren Verstand still bekommen, müsst ihr die Gedanken loswerden, müsst ihr die Emotionen loswerden, all diese Dinge, um vielleicht fünf Minuten wirklich meditieren zu können. Und dann kommst du aus der Meditation zurück und alles ist wieder da—alles nur, weil wir gebeten worden sind, unsere spirituelle Praxis mitten in der Welt zu machen.

Das ist übrigens der Grund, warum wir vor zehn Jahren nach Omega gekommen sind. Vorher hatten wir unsere Zusammenkünfte in Mount Madonna, das ein Ashram und ein geschützter Raum war. Denn die Leute lebten in einer spirituellen Gemeinschaft, dort herrschte nicht dieses Kaufen und Verkaufen wie hier. Das war eine ernsthafte spirituelle Gemeinschaft mit einem wunderbaren Guru Baba Hari Das und Teil ihrer spirituellen Übung, Teil ihres sadhana war, andere Gruppen zu beherbergen. Sie luden dich in ihren Raum ein. Und sie waren Yogis. Sie führten kein Leben der völligen Entsagung, aber es war dort gegenwärtig. So war es dort geschützt. Wir waren sechs Jahre da und dann war es zu isoliert, wir wurden aufgefordert, in die Welt zu kommen. Und wir sind hierher gekommen, wo eine sehr, sehr andere Energie herrscht.

Aber wenn ich es euch gebe, dann müsst ihr das achten, ich werde meine Energie nicht vergeuden. Als ich heute Morgen aufwachte—ich bin nicht aufgewacht, ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen—, war ich unglaublich wütend. Wütender, als ich es seit Jahren gewesen bin, weil ich irgendwo gesagt habe, hört her, genug ist genug, ihr wollt, dass wir diese Arbeit in der Welt tun, aber dann brauchen wir etwas, wir brauchen etwas jetzt. Ihr habt einen Schutz fortgenommen, ich verstehe das, aber es muss eine Verbindung zwischen Himmel und Erde geben. Dort ist es sehr einfach, ich habe das bereits erwähnt, die Sufis sprechen über die Welt des göttlichen Befehls. Alles folgt dem Willen Gottes. Sie ist unglaublich schön. Dort sind die Engel. Im Vaterunser gibt es die Zeile „Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.“ Darüber habe ich viele, viele Jahre nachgedacht. „Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.“ Im Himmel, wo immer auch der Himmel ist, folgt alles dem Willem Gottes. Und das bedeutet auch, dass alles dem Willen der spirituellen Meister folgt, die eins mit Gott sind. In der Welt des göttlichen Befehls gibt es keinen Müll; er kann diese Ebene nicht erreichen, sie bewegt sich zu schnell.

Aber dann gibt es die Welt der Schöpfung, und dort verbringen wir neunzig Prozent unserer Zeit. Außer wenn wir in tiefer Meditation sind oder schlafen, befinden wir uns dort. Und die Dinge gehen hier schief. Hier herrscht genauso sehr Murphys Gesetz wie Allahs Gesetz. Und alles geht mehr und mehr und mehr schief und kommt nicht wieder in Ordnung. Ich verstehe, dass uns nicht erlaubt ist, die Welten zu trennen. Das macht für mich völlig Sinn. Unser spirituelles Bewusstsein muss in diese Welt gespiegelt werden, muss in dieser Welt gegenwärtig sein. Jemand muss es tun. Sonst wird die Welt sterben. Und Teil der Arbeit der Sufis ist immer gewesen, etwas zu tun, was niemand sonst tun will. Wir sind Seine Diener.

Und eine der Schwierigkeiten, die mir bewusst geworden sind—und das hat mich wirklich sehr überrascht, denn ich war sehr naiv—ist, dass die großen Meister, die auf uns aufpassen, nur wenig in dieser Welt funktionieren können. Ich war irgendwie naiv, ich dachte, Bhai Sahib würde sich immer um uns kümmern, ja, auf der Ebene der Seele tut er das. Aber viel von dieser menschlichen Welt … sehen sie nicht auf die gleiche Weise, weil sie von der Ebene der Einheit schauen, sie sehen das Gesamtbild. Ich werde es nie vergessen, als ich jung war und heftige Kundalini-Probleme hatte, hat Mrs. Tweedie Bhai Sahib gefragt, und Bhai Sahib hat geantwortet: „Oh, er kann das ertragen.“ Zum Glück gab es einen spirituellen Meister der Heilung, der mir geholfen hat, als ich zweiundzwanzig war.

Wir haben also die Verantwortung für etwas hier zu übernehmen, wir haben für eine gewisse spirituelle Energie hier Verantwortung zu übernehmen. Wir können nicht einfach sagen: „Oh, wir sind beschützt.“ Wir sind auf der Ebene der Seele beschützt, ja. Aber wir müssen selbst der Schutz hier auf dieser Ebene sein. Wir müssen der Ort sein, wo die Welten zusammenkommen. Wir müssen die Verbindung zwischen Himmel und Erde sein. Wir können uns nicht darauf verlassen, dass es jemand anders für uns tut. Das ist vorbei. Wie ich der Gruppe in Europa gesagt habe: „Ihr habt keine Ahnung, wie sehr ihr bis jetzt getragen worden seid.“ Ich kann euch nicht länger tragen. Ich bin zu solch einem Ort gebracht worden, wo ich kaum noch eine Beziehung zu euch aufnehmen kann. Also weiß ich nicht, was geschehen wird. Meine Arbeit hat sich um eine ganze Dimension verändert. Ich weiß nicht, wie sie sein wird.

Es hat mit spiritueller Verantwortung zu tun, Verantwortung für eure spirituelle Praxis, Verantwortung für diese Verbindung in euch—ihr seid der Ort, wo Himmel und Erde zusammenkommen. Das unglaublich Wertvolle bei diesem Pfad ist, dass im Augenblick, in dem du ihn wirklich betrittst—der Augenblick von tauba, der Augenblick des Wendens des Herzens—, du innerlich mit einer Aufeinanderfolge von Heiligen verbunden wirst. Du wirst innerlich mit dieser Übertragungskette der Liebe verbunden. Das ist unglaublich wertvoll, es ist ein unglaubliches Geschenk—deine Seele wird einer ganzen Linie von Meistern angeschlossen, durch die so viel durchkommt. Das wird gegeben, diese innere Verbindung, dieser Zugang zum Himmel—es ist nicht der Himmel, denn am Himmel sind wir nicht interessiert—, diese Verbindung der Liebe wird gegeben, ist gegenwärtig. Dort sind wir alle verbunden. Aber hier werden wir sehr uns selbst überlassen. Und wir werden noch mehr uns selbst überlassen werden. Denn dieser Schutz, dieser Rahmen, dieses Gefäß ist verschwunden.

Es geht um mehr als nur auf den eigenen Füßen zu stehen, ja, wir müssen alle auf unseren eigenen Füßen stehen—das gehört zum Erwachsensein. Es geht um mehr als nur adab, obwohl einer der Gründe, warum ich so viel über adab gesprochen habe, ist, dass es mit Respekt zu tun hat, Respekt für das, was dir gegeben worden ist, und wie man das lebt. Es geht um mehr als das. Es hat damit zu tun, ein Raum für das Göttliche zu sein, in dem es mit der Welt in Beziehung treten kann. Ihr wisst, ihr seid nicht nur für euch selbst hier; ihr seid nicht nur für eure eigene spirituelle Praxis hier. Wenn ich sagte, die Sufis sind die Leute des Geheimnisses, dann bedeutet das, sie halten das Geheimnis für die Schöpfung.

Doch zugleich darf uns niemand behindern, denn wir sind hier und tun es nicht für uns selbst. Wenn du etwas für dich selbst tust, kannst du so viel wie möglich behindert werden. Wen interessiert das. Doch wir tun es um Seinetwillen. Wir tun diese Arbeit um unseres Geliebten willen, wir tun diese Arbeit um unseres Sheikhs willen, wir tun diese Arbeit um Seiner Welt willen. Das ist ein sehr, sehr fundamentaler Unterschied und definiert wirkliche spirituelle Praxis. Ja, natürlich, du willst Gott näher kommen, ja, natürlich, du willst Zustände der Seligkeit, du willst Zustände der Liebe, du willst die Reise aus der Trennung zurück zur Vereinigung machen, natürlich willst du das, es ist die schönste Reise, die du je machen kannst. Es ist unglaublich schön, es ist berauschend. Was dir gegeben wird, ist unvergleichlich . . . ja, natürlich willst du das. Aber wie ich in den letzten Jahren immer betont habe, gibt es da eine andere Dimension, die mit wirklichem Dienen zu tun hat. Die damit zu tun hat, etwas in der Welt zu halten, ein Gelübde zu ehren, das du abgelegt hast: „Bin ich nicht euer Herr?“ „Ja, wir bezeugen es.“

Und so haben wir das Recht zu bitten oder sogar zu fordern, damit wir nicht immer reingelegt werden. Denn da ist nicht mehr genug Zeit, wir haben andere Dinge zu tun. So einfach ist das. Denn der Druck in der Welt wird immer stärker werden, ihr könnt spüren, wie er sich aufbaut. Und mit dem Druck kommen seltsame Energien wie Panik und merkwürdige Ängste herein, und die brauchen wir nicht in unserer spirituellen Praxis. Wir brauchen nicht, dass diese Gedankenformen ständig auf uns einhämmern, sobald wir nach innen gehen. Wir haben ein Recht, in beiden Welten gegenwärtig zu sein—ein Gefäß zu haben—es ist nicht ein Schutz wie früher, es ist ein Gefäß.

Aber du musst es für dich beanspruchen. Du musst sagen: „Das gehört mir. Das brauche ich.“ Es ist ein tiefer Respekt für einen selbst und für die Arbeit. Du musst dich selber respektieren—den Teil von dir, der hier ist, den Teil, der in der Welt der Schöpfung ist, der zu ihr gehört. Sonst wird alles zerstreut, in alle Winde verweht. Alles, was gegeben wird, verfliegt … eine Stunde, nachdem ihr am Freitag von hier weggegangen seid, ist alles verschwunden. Ja, es kann auf der Ebene der Seele bleiben, das ist leicht, wir haben diese Arbeit seit Hunderten von Jahren gemacht—das ist nicht das Problem. Aber wir sind gebeten worden, etwas hier zu halten, in dieser Welt, in der Welt der Schöpfung—mit dem Einatmen und dem Ausatmen, mit jedem Schritt, den wir tun. Und das unterscheidet sich sehr von den kleinen Städten im Vorderen Orient vor tausend Jahren, das kann ich euch sagen. Sie hatten kein Satellitenfernsehen, sie hatten kein Instant Messaging, sie hatten keine Werbung überall. Sie hatten sicher andere Probleme—mit den Moguln und manchmal wurde man umgebracht, wenn man ein Sufi war. Aber es gab nicht die kollektiven Wellen, die wir haben, die auf uns eindonnern.

Wenn ihr weitermachen wollt, dann müsst ihr etwas für euch selbst einfordern—eure eigene Würde hier, eure eigene Macht hier, euer Recht, es hier zu leben. Und wenn du es für dich selbst hältst, dann hältst du es auch für jemand anders, eine Art Welleneffekt. Natürlich wirst du von Ereignissen, von Gedanken, von Menschen beeinflusst werden, natürlich, aber du wirst deswegen nicht alles verlieren, nicht wieder jeden Tag neu anfangen, nicht bei jeder Meditation wieder fünfundzwanzig Minuten brauchen, um alles loszuwerden. Das ist es nicht wert. So wie ich in einen anderen Raum gegangen bin, müsst ihr in einen anderen Raum gehen—so funktioniert das. Wenn ihr es wirklich wissen wollt: Es hat mit der Schwingung der Seele zu tun, die erhöht worden ist. Der heilige Paulus hat gesagt, der Geist beschleunigt und spirituelles Leben ist eine Frage der Geschwindigkeit. Ich bin beschleunigt worden, also werdet ihr beschleunigt werden. Es bedeutet, ja, ihr könnt höhere Zustände schneller erreichen, ja, aber es bedeutet auch, ihr habt verantwortungsvoller zu sein. Die Dinge können schneller geschehen, die Dinge können sich schneller verändern, Zustände können sich schneller verändern. Es ist eine Erhöhung der Schwingung. Die Schwingung ist Liebe, ja, aber es muss noch etwas anderes da sein…Für den Sufi gibt es jamal und jalal. Ich rede nicht sehr viel über Macht, weil sie so missbrauchst worden ist. Aber es gibt eine Macht, die sagt: ich habe das Recht, hier zu sein und meine spirituelle Praxis hier zu leben und niemand hat das Recht, mich daran zu hindern, denn es ist meine Beziehung zu Gott. Das ist die einzige Sache, die du hast, die direkt von Gott kommt. Er hat sie in dein Herz gelegt und sie ist allein eine Sache zwischen dir und Ihm.

Ich erinnere mich noch, vor ein paar Jahren machte ich eine sehr schwierige Zeit durch, und Bhai Sahib hat mir gesagt, nichts in der Schöpfung kann die Arbeit dieses Ordens stören—nichts in der Schöpfung—wenn du es einforderst. Deine spirituelle Praxis ist deine Beziehung zu Gott, es ist diese Verbindung von Oben nach Unten, vom Innen zum Außen—ganz gleich, wie du es nennst—, sie gehört zum Schöpfer, sie gehört nicht zur Schöpfung. Es ist die einzige Sache, die du hast, die nicht zur Schöpfung gehört—es ist die Prägung Gottes in deinem Herzen, es ist Sein Alif, auf die Rückseite deines Herzens geschrieben. Mit Feuer eingeprägt. Von Gott eingebrannt. Es ist nicht durch eine spirituelle Praxis eingebrannt, es ist nicht durch einen Workshop eingebrannt; es ist von Gott eingebrannt, vom Chef, vom Schöpfer, von Ihm, Der Himmel und Erde geschaffen hat. Wir scheinen das manchmal vergessen zu haben. Er ist der Allmächtige. Und Er hat uns gebeten, Ihn zu erinnern. Du wendest dich nur zu Gott, weil Er sich dir zuwendet. Er zieht uns zu Sich.

Du musst das also für dich selbst einfordern. Du musst diese Beziehung einfordern. Und niemand, egal wo und zu welcher Zeit, hat das Recht, das zu behindern. Jedes Mal wenn du den Dhikr machst, jedes Mal wenn du Seinen Namen wiederholst, bekräftigst du das. Es ist deine Beziehung zu Gott. Das ist spirituelle Verantwortung. Das ist die Verbindung zwischen den Welten. Du bringst sie mit in diese Welt und du nimmst sie mit, wenn du die Welt verlässt. Und hier wird sie gebraucht. Das ist eine Bekräftigung göttlicher Präsenz. Das ist eine Bekräftigung, dass du ein Teil Gottes bist, hier in dieser Welt—es gibt es keinen Unterschied. Ja, man kann sagen, es ist das Ende eines jeden mystischen Pfades, die Einheit zu verwirklichen. „Ich bin Er, Den ich liebe, Er, Den ich liebe, ist ich.“ Aber es ist immer gegenwärtig. Der Augenblick, in dem du den Pfad beginnst, ist dieser Same der Einheit in dir, der aktiviert wird. Du bist göttliche Gegenwart. Das wird hier in dieser Welt gebraucht.

Für Tausende von Jahren haben wir mit göttlicher Abwesenheit gelebt und nun wird göttliche Präsenz gebraucht. Und du bist diese göttliche Präsenz—in deiner Praxis, in deinem Erinnern, in deiner Achtsamkeit. Und noch einmal: Niemand auf der Welt hat das Recht, sie dir wegzunehmen. Und nicht nur keine Person, auch kein internationaler Konzern, kein Politiker, kein Werbemanager, kein Einkaufszentrum hat das Recht, das zu behindern. Doch sie versuchen es. Sie versuchen es die ganze Zeit, denn diese Energie ist sehr, sehr wertvoll. Sie ist reines Gold in einer Welt der Korruption. Deshalb ist sie so wertvoll—sie kann nie verschmutzt werden. Wenn diese Energie verschmutzt ist, kannst du sie vergessen. Zu versuchen, sie wieder zu läutern, erfordert jahrelange Praxis. Sie gehört zu Gott, Er hat dieses Geheimnis in unsere Herzen gelegt, und es gehört nur Ihm, und niemand kennt unseren Zustand außer Ihm. Aber du musst die Verantwortung dafür übernehmen. Du musst dieses Geheimnis halten, dieses Geheimnis leben, mit ihm gegenwärtig sein.

Und wenn du die richtige Haltung hast, wirst du die Hilfe bekommen, die du brauchst. Die Hilfe ist bereits da. Und wenn du sie nicht hast, dann werden die Ströme, die vom Kollektiv kommen, alles wegwaschen, Tag für Tag, ganz unmerklich, manchmal nicht so unmerklich. So ist es in Wirklichkeit die Erinnerung, dass du Gott gehörst—so einfach ist das. Du gehörst Gott mit jedem Atemzug—hier. Und dieses Gehören ist eine Verbindung; ist ein Schutz, dieses Gehören ist dein Recht, den Pfad in dieser Welt zu leben. Und dieser Raum, in den wir jetzt eintreten, ist viel, viel, viel dynamischer; ich weiß nicht, wie sich das auf die Leute auswirken wird. Und du musst aufwachen; du musst aufmerksam sein. Es ist, als würde man die Kind-Eltern-Beziehung verlassen und sagen, das gehört mir. Es ist die einzige Sache, die dir wirklich gehört, denn sie wurde nicht in dieser Welt der Illusion geschaffen. Sie gehört wirklich dir. Sie ist unendlich wertvoll. Sie ist reines Gold. Und sie ist die einfachste und gewöhnlichste Sache, die es gibt; sie ist viel einfacher als alles andere, weil Gott eine einfache Essenz ist Aber sie erfordert, dass du aufmerksam bist. Denn, wie ich gesagt habe, es gibt diese Kräfte aus dem Kollektiv, und sie sind sehr machtvoll. Es hat damit zu tun, was Gott gehört, und nicht damit, was der Menschheit gehört. Das scheint einfach zu wiederholen zu sein, aber in Wirklichkeit ist es sehr tief, weil fast alles andere der Menschheit gehört. Wenn eine Veränderung geschieht, müssen wir etwas auf eine neue Art und Weise einfordern; wir müssen etwas auf eine neue Art und Weise bekräftigen. Wir müssen uns neu orientieren. Wir Menschen schlafen so leicht ein. Ich sehe es bei mir selbst—wir sind so an unsere Muster unseres spirituellen Lebens gewöhnt. Und es hat sich viel mehr verändert, als euch bewusst ist. Der Raum hier ist völlig anders, völlig anders—er ist viel, viel größer. Aber er ist nicht mehr geschützt. Du musst dein Recht auf Schutz selber bekräftigen. Du musst bekräftigen, was dir gehört; du hast das Recht, diese Praxis zu tun und niemand darf dich dabei behindern, niemand, weder Ehemann, Geliebte, Chef, wer auch immer. Und vergesst nicht, wir leben in einer Kultur, die das nicht wertschätzt. Sie schätzt alle möglichen Dinge, aber nicht das.

Ich sollte jetzt sagen, schließt eure Bücher und geht nach Hause, denn irgendwo ist nicht mehr zu sagen, aber wir haben noch zwei Tage, um hier herumzuhängen. (Lachen unter den Zuhörern). Ganz im Ernst, irgendwo ist es das, Freunde. Das ist der nächste Schritt, das ist es, was ihr tun müsst. Ich bin hierher gekommen, um das zu sagen; euch in diesen Raum zu bringen und euch auf ganz einfache Weise zu sagen, was ihr tun müsst. Ich scherze nicht. Wenn ihr das tut, dann wird, wenn wir in einem Jahr wieder zusammenkommen, eine völlig andere Achse da sein, wird eine völlig andere Note angeschlagen sein. Und wir werden die Arbeit anfangen, die wir als spiritueller Pfad gebeten worden sind zu tun. Jeder spirituelle Pfad hat eine besondere Verantwortung. Unser kümmert sich um Raum.